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Warum einen Deutschen wählen?

Parteien und andere Gruppierungen stehen in den Wahlkampfschranken. Wie seit Jahren, geht es dabei selten um Inhalte, eher um populistische Slogans und die Suche nach Haken für die Gegner. Vor diesem Hintergrund gewöhnte Oberschlesien seine Wähler daran, dass von hieraus Menschen in den Sejm gewählt werden können, die regionale Anliegen mit sich tragen. Es tauchen dabei auch "Fallschirmspringer" aus Warschau auf, die regionale Themen als Taktik nutzen.

Einer der wichtigsten "Fallschirmspringer" in Oberschlesien ist der Premierminister selbst. Seit Wochen besucht er schlesische Ortschaften wie Ruda, Tichau, Boischow und Kattowitz. In Schulen, Seniorenheimen, bei Familienpicknicks präsentiert er die Erfolge der PiS-Regierung, unterstreicht dabei zweideutig das Polentum Schlesiens und führt Schläge gegen Konkurrenten aus. Manchmal wissen nicht einmal die Bürgermeister der Städte von den Besuchen in den von ihnen unterhaltenen Gebäuden.

Neben solchen medial wirksam begleiteten Besuchen, die angeblich nichts mit dem Wahlkampf zu tun haben, werden Unterstützungsunterschriften für Kandidaten gesammelt, die wirkliche Vertreter der regionalen Option sind. In Gleiwitz ist es Leszek Jodliński, der ehemalige Direktor des Schlesischen Museums in Kattowitz, der seiner Zeit des Amtes enthoben wurde wegen einer zu großen Offenheit für den deutschen Teil der Geschichte Schlesiens. Heute hat er sich entschieden, die deutsche Minderheit offiziell zu repräsentieren. Auch in der Oppelner Woiwodschaft präsentierte die Minderheit mit ihrem Abgeordneten Ryszard Galla gestern ihre Kandidatenliste und den Slogan "Oppeln ist von Bedeutung".

Ich verstehe ihn breiter: Schlesien ist von Bedeutung. Es ist wahr, dass regionale Gruppierungen und ihre Slogans manchmal eine enge und geschlossene Identität repräsentieren. Die deutschen Minderheiten, sowohl bei uns als auch woanders, sind dagegen regionale Gruppierungen mit einer auf Andere offenen Identität. Eine starke deutsche Identität gibt die Möglichkeit, sich zu öffnen und hat keine Angst vor Andersartigkeit. Deshalb ist es wichtig, dass die Wähler solche regionalen Vertreter ins Parlament wählen und nicht daran glauben, dass sich alles von alleine ergibt. Denn 30 Jahre nach dem Fall des Kommunismus und 15 Jahre nach dem Beitritt zur EU lernen die Kinder in Schlesien immer noch nicht dessen Geschichte, weil zentral erstellte Lehrpläne dies als unwichtig erachten. Denn obwohl in unserer Region die größte Gruppe der deutschen Minderheit in Polen lebt und das Land die Europäische Charta der Regional- und Minderheitensprachen ratifiziert hatte, gibt es keine wirkliche Unterstützung für die Zweisprachigkeit und schon bestehende Lösungen werden verschlechtert. Derartige Punkte könnte man mehr aufzählen.

Das polnische Wahlsystem gibt nationalen Minderheiten keine Garantie auf eine Vertretung im Parlament und deshalb haben Ukrainer, Weißrussen keinen Abgeordneten. Es blieb nur noch der Vertreter der Deutschen Minderheit. Man kann aber die kulturelle Vielfalt nicht sichern ohne Menschen, für die diese keine Theorie ist, sondern zu ihrem Leben gehört.

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"Vor der Vergessenheit bewahren"

Das Projekt ist leider zu Ende gegangen. Am 23.08.2019 - ein historischer Abend, fasste das gesamte Projekt mit 18. Teilnehmer aus vier Woiwodschaften zusammen.

Dieses Treffen, an dem Mitglieder der deutschen Minderheit aus Stolp, Köslin und Schiefelbein teilnahmen, war eine Zusammenfassung des gesamten Aufenthalts in Rowe, Gem. Stolpmünde. Durch eine multimediale Präsentation, stellten die Jugendlichen die Tätigkeiten und Arbeiten vor, an denen sie die ganze Woche teilgenommen haben. Die Arbeiten, die auf dem Friedhof durchgeführt wurden, der erst nach einiger Zeit zu einem echten Grabstatte wurde, erforderten viel Engagement und Mühe von den jungen Menschen. Eine unschätzbare Hilfe leisteten ihnen dabei die Mitglieder des Usteckie Stowarzyszenie Miłosników Historii „Orzeł“, die ihnen ihre Zeitt widmeten um gemeinsam den Friedhof in Rowe seine Pracht, Geschichte und Respekt zurückzubringen.

An dem historischen Abend wurde auch die Vergangenheit erneut lebendig. Der Regionalhistoriker Marcin Barnowski, erzählte den Teilnehmer Geschichten über Rowe, seine Bewohner, ihren Alltag aber widmete sich auch der reichen Geschichte der Gemeinde Stolpmünde.

Als Zusammenfassung folgte ein Gespräch mit Zeitzeugen, Herr Detlef Rach und Herr Peter Jeske, Menschen die nach dem Krieg geboren sind, aber deren Geschichte anders aussah im vergleich zu den Menschen die im Süden Polens lebten. Diese lebendige Übertragung zeigte, dass eine gemeinsame Geschichte so unterschiedlich sein kann indem man nur einen Aspekt betrachtet, nämlich die geografische Lage.

Das Projekt zeigte das junge Menschen aus der DMi, die aus verschiedenen Orten Polens kommen, sich vereinen können, um gemeinsam eine Initiative leiten die einen so großen geschichtlichen und zugleich emotionalen Wert hat.  

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Bildquelle: Usteckie Stowarzyszenie Miłośników Historii "Orzeł"

 

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Abschluss des ersten Sprachcamps für die Jugendliche der Deutschen Minderheit

Am 09. August 2019 fand in Turawa der Abschlussabend des Projekts Sprachcamp statt. Jugendliche aus Polen und Ungarn präsentierten den eingeladenen Gasten ein von sie vorbereitetes kulturelles Programm. 

Am Abend war Bernard Gaida, der Vorsitzende des Verbandes der deutschen sozial-kulturellen Gesellschaften in Polen, der die Funktion der Organisationen der Deutschen Minderheit, sowie die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Minderheit dargestellt und über die Wichtigkeit der Sprache für die eigene Identität referiert hat. Desweiteren haben die Vorsitzende des BJDM, Katrin Koschny und die Büroleiterin, Weronika Koston vom Bund der Jugend der deutschen Minderheit (BJDM), durch die Präsentation der Tätigkeit der BJDM den Teilnehmern nähergebracht und über die laufenden Projekte erzählt.

Am Samstag wurden den Teilnehmer und den Betreuern die Zertifikate verleiht.  

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Korrespondenz mit dem Bildungsministerium bez. den Bildungsproblemen der deutschen Minderheit

Im Juni 2019 hat der Verband der deutschen sozial-kulturellen Gesellschaften in Polen von dem Unterstaatssekretär des polnischen Bildungsministerium Maciej Kopeć ein Schreiben erhalten, in dem Herr Kopeć seine Bereitschaft zur Lösung der Bildungsprobleme der deutschen Minderheit deklariert. Dies betrifft insbesondere die neue Interpretation, die sich auf das Problem des Deutschunterrichts als Minderheitensprache und als Fremdsprache in der 7. und 8. Klasse der Grundschule bezieht.

Im Zusammenhang mit dem bevorstehenden neuen Schuljahr und fehlenden Informationen seitens des Bildungsministeriums wandte sich der VdG-Vorsitzende, anhand eines Schreiben, an den Bildungsminister Dariusz Piontkowski mit der Bitte um entsprechende Informationen.

Nehmen Sie zur Kenntnis den Inhalt beider Schreiben:

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  • Publiziert in Bildung

Erster Sprachcamp des VdG hat begonnen!

 Am Montag, den 05.08.2019 fand in Turawa die offizielle Eröffnung des 1. Sprachcamp des VdG statt. An dem Camp nehmen 20 Teilnehmer der deutschen Minderheit aus Polen und Ungarn im Alter von 15 bis 25 Jahren, teil. 

Das Projekt wird vom Verband der deutschen sozial-kulturellen Gesellschaften in Polen veranstaltet. Das Sprachcamp ist an Jugendliche mit Sprachkenntnissen mit der Niveaustufe A2 und B1 gerichtet. Während der ganzen Woche, vom 05.-10.08.2019 in Turawa, werden die Jugendlichen aus Polen zusammen mit einer Gruppe aus Ungarn die Möglichkeit haben, ihre Deutschkenntnisse zu verbessern und zu lernen die Sprache in alltäglichen Situationen zu gebrauchen.

 

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  • Publiziert in Jugend

Schlesien Journal 30.07.2019

Oskar Zgonina aus Tarnowitz hat zur Deutschen Minderheit gefunden, und ist auch geblieben. Nun engagiert er sich sowohl für die Jugend, als auch für die ältere Generation in seiner Heimatstadt Tarnowitz. Außerdem eine Einladung zur Ausstellung im Museum des Oppelner Schlesiens von Glas- und Porzellan-Entwürfen der oberschlesischen Designer Erika Trzewik-Drost und Johannes Silvester Drost.

 
  • Publiziert in Video

MODERATORENSCHULUNG

Die Sozial-Kulturelle Gesellschaft der Deutschen im Oppelner Schlesien organisiert eine “Moderatorenschulung für die Jugend der Deutschen Minderheit”.

Das Ziel dieser Schulung ist die Vorbereitung qualifizierter, junger, energischer, aber insbesondere deutschsprachiger Moderatoren unter jungen Mittgliedern der Deutschen Minderheit. Sie sollen zukünftig nicht nur die Deutsche Minderheit vertreten, aber auch gleichzeitig bei der professionellen Gestaltung und Mitveranstaltung Projekte und Ereignisse beschäftigen.

Die Schulung ist an junge Menschen im Alter von 16-35 Jahren gerichtet, die an verschiedenen Projekten der Deutschen Minderheit teilnehmen und die sich weiterhin mit der kulturellen Tätigkeit wie auch der Deutschen Sprache betätigen wollen.

Die Schulung wird im Zeitraum vom 6.09. – 8.09.2019 im Hotel “Zamkowy Mlyn” in Krappitz stattfinden.

Die Leitung während der Übungen wird eine qualifizierte, zweisprachige Moderatorin der Deutschen Minderheit übernehmen – Aneta Lissy-Kluczny.

ACHTUNG! Die Anzahl der Teilnehmer ist begrenzt!

Kosten: Jeder Teilnehmer ist verpflichtet eine Gebür von 70,00 zł zu zahlen.

Schulungsprogramm: Anlage nr 1.

Anmeldeformular: Anlage nr 2

Anmeldefrist: Wir bitten die Anmeldeformulare bis zum 16.08.2019 an das SKGD Büro in Oppeln zu übersenden. 

Zusätzliche Informationen:

Das Projekt wird durch die finanzielle Unterstützung des Polnischen Ministeriums des Innern und der Verwaltung, des Bunesministerium des Innern, für Bau und Heimat mittels des VDG , sowie des Sächsischen Staatsministeriums des Innern gefördert.

Bei jeglichen Fragen bitten wir um Kontakt mit der Zuständigen Person.

Zuzanna Herud

Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Tel. 77 40 21 077

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Begegnungen

Letztes Wochenende, wie in den Jahren zuvor, kamen zur Pilgerfahrt in das Sanktuarium Mariä Heimsuchung nach Wartha viele Schlesier, die ihren deutschen Wurzeln treu sind. Die Predigt hielt der bekannte deutsche Patrologe und Kirchenhistoriker Prof. Hubertus Drobner aus Paderborn. In Bezug auf die "Heimsuchung" konzentrierte er sich auf ihre heutige Definition und bezeichnete sie als "Kommunikation", die durch die damalige Begegnung zwischen Maria und Elisabeth stattgefunden hat.

In Zeiten, in denen wir einen Überfluss an Kommunikation erleben, die auf einem schnellen und allgemeinen Zugang zum Internet basiert, erweckt diese den Anschein, man könne die persönliche Begegnung damit ersetzen. Das hat auch noch einen anderen Aspekt. Drobner wies auf den Inhalt der Kommunikation hin, also darauf, dass sie inhaltsleer sein kann. Inhalt der biblischen Heimsuchung war die Überbringung der frohen Botschaft an Elisabeth. Es war also Kommunikation, eine Begegnung mit einem wichtigen Ziel, das Freude, Kraft und Verbindung zwischen Menschen geben sollte. Vor diesem Hintergrund sieht die heutige Kommunikation, die mehrheitlich aus einem entmenschlichten Andrang an Informationen und Impulsen oder sogar medialen Manipulationen und keiner wirklichen Begegnung besteht, abgemagert und wie ein krasser Kontrast aus.

Doch eine Pilgerfahrt ist zweifellos eine Begegnung mit Menschen und zwar solchen, die zumindest zwei wichtige Aspekte verbindet: der Glaube und die Bindung an unser schlesisches Deutschtum. Wir kamen aus verschiedenen Teilen Schlesiens und wie schön war es zu sehen, als uns nach der Heiligen Messe das Blasorchester aus Zülz mit einem Konzert die Zeit versüßte und wie die Menschen aus Glatz und Ratibor, aus Breslau und der Nähe von Oppeln miteinander ins Gespräch gekommen sind.

Diese Atmosphäre der Begegnung dauerte dann bis in den Montag hinein, als in Liegnitz Vertreter aller niederschlesischen Organisationen der deutschen Minderheit zusammengekommen sind und über eine bessere, tiefere Kooperation gesprochen haben. Das Treffen fand auf Initiative des VdG statt. Die Idee dahinter war es, bessere Synergieeffekte zu erreichen, basierend auf dem Potenzial der einzelnen Verbände sowie den Koordinierungsmöglichkeiten des Büros in Breslau. Es erfreute eben die Atmosphäre des Treffens, die das Gefühl einer Gemeinschaft der Ziele für Gruppen von Glatz bis Grünberg gab.

Für mich persönlich war es eine Gelegenheit zu einer zweitägigen Entdeckungsreise durch Schlesien über Kamenz, Wartha, Silberberg, Fürstenstein und Liegnitz. Man könnte im übertragenen Sinn sagen, dass die persönliche Begegnung mit der Geschichte und der greifbaren Gegenwart dieser Orte meine Kommunikation mit Schlesien gewesen ist. Heimat kann zu uns sprechen, und wenn wir uns für sie öffnen, kann sie unsere Identitäten, die deutsche und die schlesische zugleich, stärken.

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