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Martin Schulz wird Kanzlerkandidat der SPD

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Auf der politischen Bühne Deutschlands kam es gestern zu einer großen Überraschung. Der Vorsitzende der SPD Sigmar Gabriel hat auf die Kanzlerkandidatur zugunsten vom ehemaligen EU-Parlamentspräsidenten Martin Schulz verzichtet.

Gabriel ist seit November 2009 Vorsitzender der SPD und seit Dezember 2013 Stellvertreter der Bundeskanzlerin Angela Merkel sowie Bundesminister für Wirtschaft und Energie. Als solcher wurde er lange als natürlicher Kanzlerkandidat gehandelt, hat sich aber zu diesem Thema nicht eindeutig geäußert. So war es bis gestern. Im Interview für das Wochenmagazin Stern erklärte Gabriel am Abend seinen Verzicht auf die Kanzlerkandidatur. Neuer Kanzlerkandidat und Gabriels Nachfolger als Parteivorsitzender wurde der ehemalige EU-Parlamentspräsident Martin Schulz. Diesen Vorschlägen hat am Abend des Parteipräsidium zugestimmt und im März sollen sie durch einen Parteitag bestätigt werden. In Interviews für den Stern und die Zeit hat Gabriel seine Entscheidung mit privaten Angelegenheiten begründet.

Am Freitag soll auch die Bundesregierung umgebildet werden. Sigmar Gabriel soll ins Auswärtige Amt wechseln. Der jetzige Außenminister Frank-Walter Steinmeier wird am 12. Februar voraussichtlich als Kandidat der Großen Koalition zum Bundespräsidenten gewählt. Gabriels Nachfolgerin im Ministerium der Wirtschaft soll Staatssekretärin Brigitte Zypries werden.

Martin Schulz hat bis jetzt fast seine ganze politische Kariere auf europäischer Ebene verbracht. Seit 1994 ist er Mitglied des Europäischen Parlaments und war von 2012 bis 2017 Präsident des EU-Parlaments. Für die Bundestagswahl 2017 hat er seinen Wechsel in die Bundespolitik angekündigt. Im Wahlkampf wird er jetzt zum Herausforderer von Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Fotos: Martin Schulz (links) und Sigmar Gabriel (Autoren:  A.Savin und AG Gymnasium Melle)

Letzte Änderung am Mittwoch, 08 Februar 2017 20:54