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Schlesien Journal 30.06.2020

Heute besuchen wir das Heimatmuseum "Chałpka Starzików" in Bodland bei Kreuzburg. Dieses wurde vor zwei Jahren von dem Verein zur Dorferneuerung in Bodland "Bogatalanta" gründete. Dort werden Gebrauchsgegenstände der Vorfahren Bodlands gesammelt und ausgestellt. Außerdem berichten wir von dem Besuch des Bundestagsvizepräsidenten Thomas Oppermann bei der Deutschen Minderheit in Oppeln. Und in Stollarzowitz in der schlesischen Woiwodschaft hat man der Opfer des Zweiten Weltkrieges gedacht.

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Treffen des Vizepräsidenten des Deutschen Bundestages Thomas Oppermann mit Vertretern der DMi in Polen!

Heute, am 24. Juni 2020 traf sich der Vizepräsident des Deutschen Bundestages Thomas Oppermann zum ersten Mal mit Vertretern der deutschen Minderheit in Polen. Das Treffen fand in der Geschäftsstelle des Verbandes der deutschen sozial-kulturellen Gesellschaften in Oppeln statt. Es war der erste Besuch des Vizepräsidenten in Schlesien, bei dem er großes Interesse an dem Thema der deutschen Minderheit in Polen geäußert hat.

Während des Treffens wurden folgenden Themen besprochen:

 •  Vorstellung aller Projekte (außerschulische Sprachförderung, Bildung und Forschungszentrum der deutschen Minderheit in Polen),die von der neuen Finanzierung infolge eines Beschlusses des Bundestages ermöglicht wurden.

 •  Struktur der deutschen Minderheit in Polen, u. a. Vorstellung des BJDM.

 •  Interpretation des polnischen Bildungsministeriums in Bezug auf den Deutschunterricht als Minderheitensprache und als Fremdsprache in den Grundschulen, die nicht miteinander verbunden werden dürfen. 

 •  zweisprachige Ortsschilder.

 •  Problematik der Symmetrie in der Minderheitenpolitik.

 
 
Fotos: Rudolf Urban

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Gedenken an die Opfer des Lagers Zgoda in Schwientochlowitz

Letztes Jahr gab es den 25 Gedenktag für die Opfer des Lagers Zgoda. Dieses Jahr stehen die Gedenkfeierlichkeiten im Zeichen des 75 Jahrestags nach dem Kriegsende und der Nachkriegstragödie der Deutschen in Polen, doch wegen der gegenwärtigen Pandemie-Situation hatten sie einen beschränkten Charakter gehabt. Am Samstag, den 13. Juni 2020 gedachte die deutsche Minderheit der Woiwodschaft Schlesien den Opfern des Lagers Zgoda in Schwientochlowitz. Die Gedenkfeier begann mit der hl. Messe in deutscher Sprache in der St. Joseph-Kirche zu Königshütte und wurde fortgesetzt am Denkmal Lagertor Zgoda. (Quelle: Deutsche im Bezirk Schlesien, Facebook)

Inhalt der Rede von Bernard Gaida, VdG-Vorsitzender, die am 13. Juni 2020 in Schwientochlowitz- Zgoda (deutsch Eintrachthütte) gehalten wurde:

Vor 75 Jahren wurde am 8. Mai 1945 der 2. Weltkrieg offiziell beendet. Aufgeweckt wurde die Idee Schwerter zu Pflugscharen zu schmieden. Man machte alle Anstrengungen, wieder friedliches Leben trotz Schmerz und Leiden zu führen, von denen Abermillionen von Menschen vieler Nationalitäten betroffen waren. Die nach dem Krieg durchgeführten Grenzverschiebungen und die vereinbarten Einflusszonen zwischen den Siegermächten, hatten jedoch nicht nur die Teilung Europas durch den Eisernen Vorhang, aber auch Vertreibungen und Umsiedlungen von Millionen Menschen aus ihrer Heimat zur Folge. Länder des deutschen Ostens: Schlesien, Pommern, Ostpreußen wurden zu West- und Nordgebieten Polens. In diesen Ländern trafen Polen, die größtenteils gezwungen waren, ehemalige polnische Ostgebiete Polens zu verlassen und der kleine Rest der deutschen Bewohner aufeinander, die durch verschiedene Entscheidungen und durch das wechselvolle Schicksal hier geblieben sind. Das war keine einfache Begegnung, weil in den ersten Jahren die Deutschen entrechtet und Schikanen ausgesetzt waren."

Heute haben uns hier geführt unsere Gedanken über den tragischen Ereignissen von vor 75 Jahren. Seit vielen Jahren besuchen wir bei uns in Schlesien die Gedenkstätten sowohl in Schwientochlowitz-Zgoda, in Myslowitz-Rosengarten, heuet in Gleiwitz und in Lamsdorf. Alles sind Nachkriegslager für Deutsche gewesen. Der Begriff der Oberschlesischen Tragödie hat sich bereits in der Öffentlichkeit Schlesiens etabliert, auch wenn auf verschiedene Weise.

Die einen haben sich daran gewöhnt das Verbrechen als kommunistisches zu deklarieren, die anderen versichern ständig, dass es war weil die Opfer Schlesier gewesen waren und nur als Deutsche angesehen wurden. Als das ein Unterschied sein könnte. Noch andere meinen, dass die einzigen Täter und Organisatoren des Verbrechens Russen gewesen seien. Fast alle aber denken über die Tragödie als eine schlesische oder gar nur den östlichen Teil Oberschlesiens umfassendes Ereignis. Als ich aber eine Ausstellung über alle 25 deutsche Minderheiten in Europa eröffnet habe, musste ich feststellen, dass das Schicksal der deutschen Bevölkerung in Mitteleuropa ähnlich war: Vertreibungen, sog. Arbeitslager, Deportationen in die UdSSR, Vergewaltigungen, Leid und Tod. So war es in Rumänien, in Ungarn, in der Tschechoslowakei und in ganz Ostdeutschland, also in Schlesien, Pommern, Ost- und Westpreußen, in Danzig, Lodsch und Posen.

Wenn wir hier an dem Denkmal der in Oberschlesien ermordeten stehen, denken wir also auch an die getöteten Sudentendeutschen, die aus Siebenbürgern deportierten, die aus Ungarn vertriebenen, die in Ermland vergewaltigten Frauen, die in Königsberg verhungerten Kinder, die Waisen aus Masuren, die in litauischen Wäldern herumirrten, die Mütter, denen man in Potulitz ihre Säuglinge weggenommen hatte. Versuchen wir hier auch das Leid der anderen, die ebenfalls Opfer der Sieger wurden, nicht zu überbieten. Denn wie soll man das Leid der einen mit dem Leid der anderen vergleichen. Das Leid der Familien der in Lagern umgekommenen mit den Familien der nach Donbas oder Sibirien deportierten. Das Leid der Waisenkinder aus Ostpreußen die den Hungertod der Mütter und Omas gesehen haben und dann ausgehungert nach Osten, über den Memel nach Litauen geflüchtet haben nur um weiter von den Gebieten unter der polnischen Verwaltung zu sein. Weil die Litauern besser zu ihn waren. Wie kann man messen den Schmerz des Verlustes der Namen, Sprache und Religion in den Jahren der Diskriminierung. Es ist unmöglich einzuschätzen wie schmerzt das Verlust des Kindes die in Potulitz zu Adoption gegeben wurden und die erfolglose jahrelange Suche der Mütter nach den verlorenen Kinder.

Denken wir daran, dass zu der Zeit, als die Welt den Frieden feierte, zwischen der Ostsee, dem Mittelmeer und dem Schwarzen Meer das Leid von Millionen gerade erst begonnen hat.

Heute stehen wir symbolisch an der einer von wenigen, unseren Gedenkstätten. Aber das Gedenken von uns muss breit sein, viel breiter als nur meine schlesische Heimat. Die meisten Stätten unseres Gedenkens haben keine Tafeln. Deswegen vor drei Jahren, als Deutsche und Schlesier in dem Präsidenten Palast in Warschau habe ich gesagt: „ In Polen sind auch Bürger die keine Polen sind, mit eine eigene Geschichte und andere Empfindlichkeit, mit den gleichen Pflichten aber auch Rechte“ und das wir ständig aufrufen nicht nur um bessere Bildung, Medienzugang „aber auch um Achtung gegenüber auch unseren Gedenkstätten“.

Hier, an einem von den wenigen, im Vergleich mit dem Ausmaß des Nachkriegsterrors, Gedenkstätten rufe ich auf um alle Opfer der Siegers zu gedenken, weil die sind oft in der Geschichte verschwiegen. Deswegen müssen wir rufen um die zu erinnern , die zwar das Kriegsende erleben dürfen, nicht aber den Frieden. Jedoch ich kann nicht schließen ohne zu sagen, dass das Leid keine Volkszugehörigkeit kennt und so Opfer als auch Täter, ohne die Proportionen zu vergessen, in jedem Volk waren. Unseres Christentum verlangt, dass wir für alle beten und die Gedenkstunde zum Werkzeug des Friedens und Eintracht und nicht Spaltung machen, in der wir immer mehr leben.

Gedenke wir uneingeschränkt aller Opfer von Krieg und Gewalt.

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 Fotos: Anita Pendziałek

 

Schlesien Journal 09.06.2020

Welche Auswirkungen hat die Pandemie auf das Leben, die Menschen und die Kommunen, darüber spreche ich mit Michał Golenia, dem Bürgermeister der Gemeinde Murow. Außerdem lädt die SKGD im Oppelner Schlesien zum Gesangwettbewerb „Superstar“ ein. Und unsere Redaktion sucht nach Videoaufnahmen, die die Zeit der Anerkennung der Deutschen Minderheit in Polen dokumentieren.

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Treffen der deutschen Minderheit mit dem Präsidentschaftskandidat der Republik Polen Szymon Hołownia

Am Dienstag (2.06.2020) begann der unabhängige Präsidentschaftskandidat Szymon Hołownia seinen Besuch in der Oppelner Region. Am 3. Juni kam er nach Gogolin. Vor dem Treffen mit den Bewohnern sprach Szymon Hołownia mit dem Bürgermeiser Joachim Wojtala. Anschließend begab er sich zu einem Treffen mit Vertretern der deutschen Minderheit in Polen in der Geschäftsstelle des DFK Gogolin.

Im Zusammenhang mit den bevorstehenden Präsidentschaftswahlen in Polen (zuvor verschobene) richtete Herr Bernard Gaida der VdG-Vorsitzende Anfang März ein Anschreiben mit Fragen an die PräsidentschaftskanditatenInnen der Republik Polen an. Szymon Holownia, als einziger Kandidat in dieser Kampagne, beantwortete die gestellten Fragen, die sich auf die Situation der deutschen Minderheit in Polen bezogen. Er ist bisher auch der einzige Kandidat, der auf eigene Initiative sich mit Vertretern der deutschen Minderheit zusammentreffen wollte.

Während des Treffens betonte der Kandidat, der selbst aus Bialystok stammt, wo unter anderem die Weißrussische Minderheit lebt und die Besonderheiten der vielfältigen Region sehr gut versteht, dass jede Minderheit ein Reichtum für Polen ist. “Einheit ist versöhnte Vielfalt”, so Szymon Hołownia. Der Kandidat wies auch darauf hin, dass das Prinzip der Gegenseitigkeit nicht für Minderheiten gelten sollte. Daher sollte man die Situation der in Deutschland lebenden Polen nicht als Druckmittel gegen die Deutsche Minderheit verwendet werden, weil so die Probleme und das Übel der polnischen Bürger deutscher Nationalität nicht gelöst werden. (Quelle: SKGD im Oppelner Schlesien)

Das Treffen bot die Gelegenheit, diese Probleme und Herausforderungen darzustellen, mit denen die Deutsche Minderheit in Polen heute konfrontiert ist. Bernard Gaida, Vorsitzender des Verbandes der Deutschen Sozial-Kulturellen Gesellschaften in Polen, machte deutlich: Die Priorität der Deutschen Minderheit in Polen ist es, die beste Möglichkeit zum Erlernen der deutschen Sprache zu bieten. Er stellte fest, dass es seit 30 Jahren nicht möglich war, eine Schule mit deutscher Unterrichtssprache zu schaffen. In einigen europäischen Ländern (Rumänien, Ungarn) gibt es solche Schulen allerdings schon seit vielen Jahren. Bernard Gaida stellte die Initiative “Minority Safe Pack” vor, deren Ziel es ist, in der Europäischen Union Instrumente zu schaffen, die es unter anderem ermöglichen, bestimmte europäische Sprachstandards für alle Mitgliedstaaten identisch festzulegen, und die auch zur Entwicklung des Minderheitenunterrichts in den Ländern beitragen soll, in denen all dies ein Problem darstellt. (Quelle: SKGD im Oppelner Schlesien)

Am Mittwoch (3.06.2020) hat Sejmmarschallin Monika Witek bekannt gegeben, dass am 28. Juni 2020 die Präsidentenwahlen in Polen stattfinden werden.

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Ausbildung zu Medienexpert*innen für Deutschlehrer*innen der deutschen Minderheiten in Mittelosteuropa und Zentralasien

Projektbeschreibung:

Die Lehrer*innen lernen von Profis des Bayerischen Rundfunks (BR), blicken hinter die Kulissen der BR-Abläufe und diskutieren mit den Medienmachern. Erfahrene Trainer des Bayerischen Rundfunks vermitteln Grundlagen in Dramaturgie, Regie, Kamera, Schnitt, Sprechtechnik, Medienrecht, Medienpädagogik und vieles mehr. Vier Präsenzwochen liefern die Grundlage, um an Konzepten für Medienprojekte mit Schüler*innen in den Bereichen Radio, Fernsehen, Internet und Social Media zu feilen.

Dabei stets im Fokus: die eigene, aktive Medienproduktion. Zwischen den Präsenzwochen erproben die beteiligten Lehrkräfte die erarbeiteten Konzepte und Ideen mit Schülern und tauschen ihre Erfahrungen online aus. Auch diese Arbeit wird beratend begleitet von BR-Coaches. Die Ausbildung wird zertifiziert und endet mit der Präsentation eines eigenen Projekts.

Geschichten erzählen für Auge und Ohr

Im ersten Modul der Medienexperten-Ausbildung werden die Grundlagen gelegt. Welche Medien nutzen Kinder und Jugendliche wie? Welche Funktion übernehmen Medien beim Aufwachsen? Und wie entsteht ein Spannungsbogen in einer Geschichte? Im zweiten Modul konzentrieren die Lehrkräfte sich auf einen Sinn: das Hören.

Wer für‘s Hören produziert, muss seine Fantasie spielen lassen, damit Bilder im Kopf entstehen. Experimente mit Sprache, Geräuschen und Stimme beschäftigten die Pädagogen, und auch das Texten fürs Ohr - klar und nachvollziehbar strukturiert – wird geübt. In Modul geht’s um das Geschichten erzählen mit Bildern. Dokumentarfilmer, Kameraleute und Fernsehjournalisten erklären filmische Erzählformen und Qualitätskriterien für Struktur und Aufbau guter Filme. Auch das wird selbstverständlich gleich ausprobiert: Die "Medienexperten" in spe filmen mit Camcordern, Spiegelreflexkameras, Smartphones und Tablets, experimentieren mit verschiedenen Schnittprogrammen und Apps.

Schließlich geht’s auf Expedition ins Netz, zu Gamern, in die Welt der sozialen Medien und in die mediale schon-nicht-mehr-Zukunft von virtual reality und social Bots. Im iBook und im Blog präsentieren die Medienexperten beispielhafte Medienprojekte, die sie an ihren Schulen erprobt haben: Schulradio, Hörspiele, Filme und Blogs, Online-Schülerzeitungen und Geräusch-Skulpturen.

B5-MedienMagazin Drehbuch, Apps, Radio: Lehrer als Medienexperten

Weitere Infos unter:

https://www.br.de/medienkompetenzprojekte/inhalt/br-macht-schule/medienexperte-100.html

Download:

  • Publiziert in Bildung

Neujahrstreffen des Präsidenten der PR und seiner Frau mit der in Polen präsenten Religionen und der nationalen und ethnischen Minderheiten

Am 14. Januar 2020 haben die Mitglieder der Gemeinsamen Kommission der Regierung und nationale und ethnische Minderheiten, die die Minderheiten vertreten, am Neujahrstreffen des Präsidenten der Republik Polen Andrzej Duda und seiner Frau mit Vertretern der Kirchen und religiösen Vereinigungen sowie der in Polen nationalen und ethnischen Minderheiten teilgenommen. Während des Treffens sprach im Namen der nationalen und ethnischen Minderheiten und der Gemeinschaft, die die Regionalsprache verwendet, der Ko-Vorsitzende der Gemeinsamen Kommission der Regierung und der nationalen und ethnischen Minderheiten, Grzegorz Kuprianowicz, und äußerte seine Neujahrswünsche.

An dem Treffen nahm auch VdG-Vorstandsmitglied Peter Jeske teil.

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