Log in
Bernard Gaida

Bernard Gaida

E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! Webseite-URL:

Kolumne 09.11.2012 - Unser Portal

Wenn diese Kolumne gelesen wird der Präsident der USA schon bekannt sein. Über den Wahlkampf wurde in viel berichtet, fast jedes Wort der Kandidaten kommentiert, jede Geste gesehen und das in jedem Land der Welt egal ob nah oder fern von Amerika. Ob es jemandem gefällt oder nicht, die Welt ist dank der Kommunikation so klein geworden, dass die Distanzen keine Bedeutung mehr haben. In einer solchen Welt lebt auch die deutsche Gemeinschaft in Polen. In 500 Orten wirkt die Gruppe, die nur selten zusammenkommen kann. Wie wichtig jedoch das Zusammenleben ist, zeigten die zahlreichen Busse, die vor kurzem hunderte von Kilometern fuhren um die Jahrhunderthalle  zu erreichen, wo das Treffen der ganzen Volksgruppe angesagt war. Keine Anstrengungen waren zu groß um das Gemeinschaftsgefühl zu erleben. Eine andere Form des Treffens und der Kommunikation unter den Deutschen in Polen, aber auch unter denen, die an der deutschen Kultur interessiert sind ist dank des neuen Internetportals, das unter die Adresse www.vdg.pl zu finden ist möglich. Was ist in einer Familie wichtiger als die Begegnung? Was bedeutet für eine Familie, die weit voneinander lebt Nachrichten zu lesen oder Bilder zu bekommen? Was kann die Information wann bei unserer Familie gefeiert und wann getrauert wird ersetzten? Das sollte uns unser Internetportal schenken. Wir haben uns sehr bemüht um eine solche Plattform zu schaffen und diese steht jetzt bereit um uns zu dienen. Mein Traum ist es, dass eines Tages ein Schlesier der in Masuren seinen Urlaub verbringt auf dem Portal, wie in einem Tagebuch, eine deutsche Vereinsfeier findet und spontan sie besuchen wird so wie man die weite aber wirkliche Verwandtschaft besucht. Wie in einer Familie, einer moderne Familie. Ich lade euch alle ein das Portal mitzugestalten. Das Portal muss leben.

  • Publiziert in Blogs

Kolumne 30.10.2012 - Vielfallt nicht gewollt?

Am Montag nahm ich an einer Debatte in Kattowitz teil, die sich mit der neu geplanten Dauerausstellung über die Geschichte Oberschlesiens beschäftigt hat. Das gewählte Szenario zeigte gewiss die Bemühungen der Wissenschaftler und der Jury die Akzente der Geschichte Schlesiens richtig zu setzen. Richtig ist meiner Meinung dann wenn die Geschichte Oberschlesiens nicht propolnisch oder prodeutsch sondern wahrhaftig dargestellt wird. Deswegen sagte ich in der Debatte, die total politisch geführt wurde, dass sie auch nach den ethischen Merkmalen beurteilt sein muss. Letztendlich ist die Wahrheit ein Wert, ein ethischer und moralischer Begriff. Leider erwarten die meisten Gegner der Ausstellung keine objektive Darstellung der Geschichte sondern so wie vor der Wende versuchen sie die schlesische Geschichte nur aus der Perspektive der polnischen Sicht zu präsentieren. Diese Meinung vertritt Herr Spyra als er sagte, dass in einem polnischen Museum soll man die polnische Identität stärken statt eine vielfältige Geschichte darstellen. Viele meinten, dass wenn das Museum rund 300 Mln PLN die polnischen Steuerzahler kostet, dann soll es auch nur die polnische Staatsräson vertreten. Ernüchternd klang die Aussage von Prof. Kaczmarek, dass von der Summe der 300 Mln ca. 240 Mln Mittel der EU sind. Leider waren die meisten Teilnehmer, die ich nachher angesprochen habe der Meinung, dass die Diskussion alles andere als Ziel hatte als einen freien Meinungsaustausch. Besonders sichtbar wurde das als ein Gast aus Warschau, der berühmte Red. Semka, dem zuerst die Stimme erteilt wurde, fast direkt die Notwendigkeit der Entlassung des Direktors des Schlesischen Museums angedeutet hat. Leider ist auch der Verzicht des Prof. Jerzy Myszor, der als Pfarrer die Stimme der Kirche vertreten konnte nicht ermutigend. Dank dieser Debatte habe ich wieder gemerkt wie weit wir von einer wirklichen Akzeptanz der Vielfallt sind.

  • Publiziert in Blogs

Kolumne 02.10.2012 - Kleine Helden

Besonders in der heutigen Welt ist es so, dass wir täglich in den Medien Menschen sehen, die als Stars oder Helden bezeichnet werden. Man sieht Sie in Zeitungen, im Fernsehen und man hört sie im Radio. Es sind Schauspieler, Musiker, Sportler und Politiker, deren Erreichtes man in den Himmel lobt. Sicher sind viele von ihnen außerordentliche Persönlichkeiten, doch wenige sind sich dessen bewusst, dass große Erfolge niemals im Alleingang erreicht werden. Wenig wird über die Helfer, Assistenten, Korrektoren und Volontariate gesprochen, deren Arbeit erst die großen Erfolge der Stars und Helden möglich macht. Ein großer Erfolg, war sicherlich das vergangene Kulturfestival in Breslau. Eine volle Jahrhunderthalle und wunderschöne Auftritte entzückten die Teilnehmer gleich ob sie Mitglieder der Minderheit oder Mehrheit waren. Und obwohl der Auftritt von Heino auf einem sehr hohen Niveau stand und die Anwesenheit z.B. des Botschafters Rüdiger von Fritsch bis zum Ende für uns eine große Ehre war, so waren für mich die wahren Helden des Festivals nicht auf der Bühne oder auf den Sitzen, sondern außerhalb der Halle. Es waren die jungen Volontäre und die Jugendorganisationen, die sich ohne Bezahlung engagiert haben und in den Korridors der Hallte interessante Stände und Ausstellungen organisiert haben. Deren Kreativität muss eingesehen und gelobt werden, weil erst sie hat z.B. die zahlreich besuchte „after Party“ möglich gemacht. Unsere Veranstaltung hat wiedermal gezeigt, dass es sehr oft auf die kleinen Helden des täglichen Alltags ankommt.

  • Publiziert in Blogs

Kolumne 09.10.2012 - Ein würdiger Beitrag

In der letzten Woche hat man sehr gut gesehen, dass obwohl die föderalistische Tradition in Deutschland tief verwurzelt ist, doch die Identität als Deutscher ebenso wichtig oder noch wichtiger ist als die als Bayer oder Sachse. Als Beispiel kann man München nennen, in dem trotz schönem Wetter und Oktoberfest hunderttausende zu einem Fest gekommen sind, dass der deutschen Einheit gewidmet war. Dies zeigt wie wichtig dieses Fest für jeden Deutschen ist, ungeachtet dessen in welchem Bundesland er lebt. Diese Wichtigkeit sollte man auch bei den Deutschen außerhalb der Bundesrepublik spüren. Mit großem Verwundern habe ich jedoch zur Kenntnis genommen, dass sogar in unseren Medien dieser Tag vollkommen ohne Ausklang blieb. Mit dieser Tatsache im Gedanken stelle ich mir die Frage: Wenn die deutsche Einheit nicht wäre würde es diese Medien überhaupt geben? Mehr noch: Würde es uns, als über geregelte Rechte verfügende Minderheit geben? Es ist doch die deutsche Einheit gewesen, die zu den deutsch-polnischen Verträgen geführt hat, die letztendlich die Basis für die offizielle Anerkennung der deutschen Minderheit waren. Gut kann ich mich noch an eine Frage eines Journalisten vor einem Jahr erinnern. Er fragte: „Welche Bedeutung hat die deutsche Einheit für die Deutschen in Polen?” Ich antwortete: „Wenn die deutsche Einheit nicht wäre, wäre es gut möglich, dass ich hier auf dem Marktplatz in Oppeln nicht als Vorsitzender der deutschen Minderheit sprechen könnte. Mit diesem Gedanken im Kopf sprach ich auch letzte Woche beim Schlesien Seminar, dass genau am Tag der deutschen Einheit eröffnet wurde. Besonders wichtig war es für mich, dass dieser Tag sich in meiner Rede widerspiegelt, weil ich davon überzeugt bin, dass ein Seminar bei welchem wir über Schulwesen für die deutsche Minderheit sprechen ein würdiger Beitrag zu diesem Fest ist.

  • Publiziert in Blogs
Diesen RSS-Feed abonnieren