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Wichtige Orte

Die Kultur, die uns verbindet, hat verschiedene Ebenen, eine von ihnen sind bestimmte Orte. Einer der wichtigsten Orte in Schlesien ist wohl Trebnitz, wo die heilige Hedwig, die Schutzpatronin Schlesiens, begraben liegt. Die 1174 in Bayern geborene Tochter Bertholds, des Grafen von Andechs, wurde schon mit 14 Jahren mit Heinrich dem Bärtigen verheiratet und hat sich durch ihre Lebensweise nicht nur die Heiligkeit erworben, sondern auch mit ihrem Mann die deutsche Besiedelung und den Klosterbau unterstützt und damit die westliche Ausrichtung Schlesiens und dessen schnelle Entwicklung gefördert. Die letzten Jahre verbrachte Hedwig in dem von ihr gegründeten Kloster in Trebnitz. Jahrhundertelang pilgerten die Schlesier zu ihrem Grab.

Am letzten Samstag fand dort die erste Wallfahrt der deutschen Minderheit statt, die sogleich so gut angenommen wurde, dass die große Basilika sich mit Pilgern füllte und der deutsche Gesang klangvoll ertönte. In der Begrüßung sagte der dortige Ortspfarrer mit Freude, dass die heilige Hedwig nun wieder ihre Muttersprache gehört habe. Wir müssen dorthin zurückkehren, genauso, wie wir nicht die anderen Orte vergessen dürfen, die für jeden deutschen Schlesier von Bedeutung sind.

Zu solchen Orten gehören Friedhöfe und Gräber gefallener Soldaten, überall, wo sie sich befinden. Der Tod eines Soldaten ist dann am tragischsten, wenn er für eine falsche Sache stirbt. Deutsche Soldaten, die in Schlesien gefallen sind, starben vor allem in den letzten Monaten des bereits verlorenen Krieges. Hier taten sie es in der Gewissheit, dass sie das eigene Vaterland und ihre Landsleute beschützten. Groß Nädlitz ist der Ort der letzten Ruhe für ca. 18.000 Soldaten und es werden immer mehr, deren sterbliche Überreste von verschiedenen, oft unwürdigen Plätzen, hierher verlegt werden. Das Gebet und die Ehrerweisung für sie am vergangenen Samstag durch die Pilger war ein ergreifendes Ereignis.

Es gibt auch schlesische Orte weit von hier entfernt. Tausende Soldaten aus Schlesien starben weit weg von hier. Die Teilung Europas nach dem Krieg führte dazu, dass Millionen Menschen ihre Heimat zunächst unter Zwang und später aus unterschiedlichen Gründen schon freiwillig verlassen haben. Hierher kamen dann hunderttausende Menschen aus verschiedenen Teilen Polens, die irgendwo im Osten die Gräber ihrer Verwandten allein lassen mussten. Daher findet man auf jedem schlesischen Friedhof ein Kreuz, das symbolisch steht für all die Toten, die irgendwo in weiter Ferne ihre letzte Ruhe gefunden haben.

Ein solches Kreuz wurde am Sonntag nachmittag in Guttentag wiedereingeweiht. Dank der Familie Ziaja und der lokalen Firma von Herrn Szczecin erstrahlte das Kreuz im neuen Glanz mit der alten Aufschrift: „O Mensch bedenk, ich lebte, litt und starb fuer dich, so lebe, leide und sterbe du fuer mich” Es ist ein wichtiges und nachahmungswürdiges Beispiel der Sorge um für uns wichtige Orte. Doch denken wir auch an all die anderen.

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