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Eilmeldung: Die Wallfahrt zu Maria Hilf abgesagt

Angesichts der Pandemie, in Sorge um die Sicherheit der Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die Diözesanbehörden in Ostrau und Oppeln rufen die diesjährige Wallfahrt der Nationen zu Maria Hilf bei Zuckmantel in Tschechien, die für den Samstag, den 19. September 2020 geplant war, ab. Am Tag der Wallfahrt wird der Rektor des Heiligtums um 11.00 Uhr die Eucharistie feiern im Anliegen aller, die zu Mutter Gottes von der Immerwährenden Hilfe – Maria Hilf – pilgern wollten.

Seelsorger der Nationalen und Ethnischen Minderheiten in Oppeln

Pfr. Peter Tarlinski, Bischofsvikar

24. Wallfahrt der drei Nationen

Am Samstag, den 21. September 2019 fand die 24. Wallfahrt der Nationen zu Maria Hilf in Zuckmantel statt, die besonders mit der Seligsprechung von Pater Richard Henkes verbunden war, der als Märtyrer in einem Konzentrationslager in Dachau sein Leben gab, um sich um Typhuskranke zu kümmern. Pater Henkes opferte sein Leben für die Anderen. Er überwand die nationalen Barrieren und die Vorurteile. (Mehr Informationen von Pater Henke finden Sie unter: http://vdg.pl/pl/portal/aktualnosci/blog/item/5035-porozumienie-miedzy-narodami-z-richardem-henkesemAn der Wallfahrt nahmen ca. 1000 Pilger aus Polen, Deutschland und Tschechien, teil. Priester Bischof Frantiśek V. Lubowicz, Ordinarius der Diözese Ostrava-Opava leitete die diesjährige Wallfahrt. Des Weiteren wurde die feierliche Eucharistie von Priester Bischof Rudolf Pierskała von der Diözese Oppeln durchgeführt.
 
Nach der feierlichen Eucharistie hatte ich ein kurzes Gespräch mit Herrn Andrzej Mały, dem ehemaligen Vorsitzenden des DFK Oppeln-Gruden, der schon aus Gruden 17 Reisen für die Pilgerfahrt der drei Nationen nach Zuckmantel organisierte. Während des Gespräches erfuhr ich, warum diese Pilgerfahrt in drei Sprachen durchgeführt wird. "Vor dem 2. Weltkrieg gab es hier praktisch keine Tschechen. Obwohl es die Tschechoslowakei war, gab es hier praktisch keine Tschechen. Hier lebten die Sudetendeutschen. Vor dem Krieg in Zlaté Hory, während der Volkszählung, war es die Tschechoslowakei.

Die Tschechoslowakei existiert seit 1918, so wie Polen seine Unabhängigkeit wiedererlangt hatte und sie zur Tschechoslowakei gehörte, aber in Zuckmantel gab es etwa fünftausend Einwohner in der Volkszählung, einige von ihnen Tschechen, der Rest waren Deutsche, es gab einige Juden, aber man konnte sie auch an den Fingern einer Hand abzählen. Diese Tschechen waren fünfundsiebzig Menschen. Dabei handelte es sich hauptsächlich um Angestellte, Postbeamte, Polizisten und Eisenbahner. Es waren solche Leute. So etwas gab es in Tschechien von Geburt an nicht. Jetzt sind sie vielleicht wenige von denen, die vor dem Krieg allein geblieben sind. Hier hat man früher nur Deutsch gesprochen. Hans Niekrawietz widmete dieser Wallfahrt in seinem Roman „Wind aus der Oder" ein Kapitel. Hier wurden Pilgerfahrten aus Oppeln gemacht, Menschen gingen zu Fuß und Pilgerfahrten wurden hier durchgeführt. Es war auch ein Heiligtum von großer Bedeutung für Schlesien, Oberschlesien, dieses deutsche Oberschlesien. Hier, nach dem St. Annberg, befand sich das zweitwichtigste Heiligtum.”

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Begegnungen

Letztes Wochenende, wie in den Jahren zuvor, kamen zur Pilgerfahrt in das Sanktuarium Mariä Heimsuchung nach Wartha viele Schlesier, die ihren deutschen Wurzeln treu sind. Die Predigt hielt der bekannte deutsche Patrologe und Kirchenhistoriker Prof. Hubertus Drobner aus Paderborn. In Bezug auf die "Heimsuchung" konzentrierte er sich auf ihre heutige Definition und bezeichnete sie als "Kommunikation", die durch die damalige Begegnung zwischen Maria und Elisabeth stattgefunden hat.

In Zeiten, in denen wir einen Überfluss an Kommunikation erleben, die auf einem schnellen und allgemeinen Zugang zum Internet basiert, erweckt diese den Anschein, man könne die persönliche Begegnung damit ersetzen. Das hat auch noch einen anderen Aspekt. Drobner wies auf den Inhalt der Kommunikation hin, also darauf, dass sie inhaltsleer sein kann. Inhalt der biblischen Heimsuchung war die Überbringung der frohen Botschaft an Elisabeth. Es war also Kommunikation, eine Begegnung mit einem wichtigen Ziel, das Freude, Kraft und Verbindung zwischen Menschen geben sollte. Vor diesem Hintergrund sieht die heutige Kommunikation, die mehrheitlich aus einem entmenschlichten Andrang an Informationen und Impulsen oder sogar medialen Manipulationen und keiner wirklichen Begegnung besteht, abgemagert und wie ein krasser Kontrast aus.

Doch eine Pilgerfahrt ist zweifellos eine Begegnung mit Menschen und zwar solchen, die zumindest zwei wichtige Aspekte verbindet: der Glaube und die Bindung an unser schlesisches Deutschtum. Wir kamen aus verschiedenen Teilen Schlesiens und wie schön war es zu sehen, als uns nach der Heiligen Messe das Blasorchester aus Zülz mit einem Konzert die Zeit versüßte und wie die Menschen aus Glatz und Ratibor, aus Breslau und der Nähe von Oppeln miteinander ins Gespräch gekommen sind.

Diese Atmosphäre der Begegnung dauerte dann bis in den Montag hinein, als in Liegnitz Vertreter aller niederschlesischen Organisationen der deutschen Minderheit zusammengekommen sind und über eine bessere, tiefere Kooperation gesprochen haben. Das Treffen fand auf Initiative des VdG statt. Die Idee dahinter war es, bessere Synergieeffekte zu erreichen, basierend auf dem Potenzial der einzelnen Verbände sowie den Koordinierungsmöglichkeiten des Büros in Breslau. Es erfreute eben die Atmosphäre des Treffens, die das Gefühl einer Gemeinschaft der Ziele für Gruppen von Glatz bis Grünberg gab.

Für mich persönlich war es eine Gelegenheit zu einer zweitägigen Entdeckungsreise durch Schlesien über Kamenz, Wartha, Silberberg, Fürstenstein und Liegnitz. Man könnte im übertragenen Sinn sagen, dass die persönliche Begegnung mit der Geschichte und der greifbaren Gegenwart dieser Orte meine Kommunikation mit Schlesien gewesen ist. Heimat kann zu uns sprechen, und wenn wir uns für sie öffnen, kann sie unsere Identitäten, die deutsche und die schlesische zugleich, stärken.

  • Publiziert in Blogs

Wir laden zur Wallfahrt nach Wartha ein

Bereits am kommenden Sonntag, den 8. Juli 2018 organisiert der VdG eine weitere Pilgerfahrt, diesmal wird das Ziel der Pilger Wartha in der Woiwodschaft Niederschlesien sein.

Wartha in Niederschlesien ist wie jedes Jahr das zweite Wallfahrtsziel der deutschen Minderheit. Diesmal beginnt die Heilige Messe um 12.00 Uhr.

Wir laden Sie und Ihre Familien ganz herzlich zur der Wallfahrt ein.

Wallfahrt der Minderheiten auf dem St. Annaberg.

Trotz unsicheren Wetters nahmen am 03.06.18 ungefähr zweitausend Pilger an der Wallfahrt zum St. Annaberg teil.  Es kamen nicht nur Pilger aus der Region sondern auch Vertreter der Landsmannschaften und Gäste, darunter auch der deutsche Botschafter aus Warschau Rolf Nikel.

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