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Treffen mit Helmut Nowak

Am 30. März traf sich der Vorstandsvorsitzende des Verbandes deutscher sozial-kultureller Gesellschaften in Polen Bernard Gaida im Bundestag mit dem CDU-Abgeordneten Helmut Nowak.
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Bericht vom Ukraine-Besuch der FUEN-Delegation

Am 22. und 23. März fand ein Besuch einer FUEN-Delegation in der Ukraine statt. Teilnehmer war unter anderem VdG Vorstandsvorsitzender und AGDM-Sprecher Bernard Gaida. Die Reise war nicht nur Gelegenheit mehr über die allgemeine Lage der Minderheiten in der Ukraine, sondern auch über die Deutschen vor Ort zu erfahren.
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Beuthen

Beuthen

Ich erinnere mich an ein Treffen vor Jahren mit Henryk Waniek, Autor des wichtigen Werkes „Finis Silesiae“. Er sagte damals, dass Schlesien ohne deutsche Kultur nur eine geographische Bezeichnung ist. Das Verdrängen des Deutschtums aus dieser Landschaft ist also im Grunde das Entziehen ihrer einmaligen Subjektivität. Dies schilderte er mit dem Beispiel der in Polen verschwindenden Schönheit von Beuthen, das die Perle Oberschlesiens war. Ein Sonntagnachmittag in Beuthen hat mich daran erinnert. An den Straßen stehen Mietshäuser mit wunderschönen Fassaden, die jetzt zerstört sind. Manche sind verlassen oder zum Abreisen bestimmt und versuchen wie eine ältere Frau ihre einstige Schönheit zu zeigen. Jahrzehnte von Raubwirtschaft und der fehlenden Symbiose zwischen der Stadtentwicklung und der durch die Einwohner geschaffenen und geführten Industrie sind klar zu sehen.

Auf der Straβe sprechen die Passanten ohne Verlegenheit Schlesisch, in einem Dialekt, der sehr unterschiedlich von der oppelner Version ist, aber fast gleich wie in Guttentag. Im Zentrum von Beuthen versammelten sich am vergangenen Sonntag ein paar Dutzend Personen, um am freudigen Ereignis der Eröffnung des neuen Sitzes für die Beuthener Gemeinschaft der Schlesier, die sich als Deutsche fühlen, teilzunehmen. So sollte man das nennen, um sich wieder bewusst zu machen, dass die Deutschen in Schlesien keine von den Schlesiern getrennte Gemeinschaft sind oder waren. In den neuen Räumlichkeiten der Beuthener Gruppe der deutschen Minderheit, die unter der Leitung eines Jungen Vorstandes sehr aktiv ist, soll sich der Plan realisieren, in Beuthen ein Zentrum der Deutschen Kultur zu schaffen.

Es freut sehr, dass das mit der Unterstützung der Stadtbehörden passiert, die vom Präsidenten von Beuthen Stadtratsmitgliedern bei den Feierlichkeiten vertreten waren. Darum war für mich auch der Gedanke ganz natürlich, dass die Selbstverwaltungen zwar verschiedene Einstellungen zur Vergangenheit und der heutigen Bedeutung der deutschen Sprache und Kultur in Schlesien haben können, aber ihre regionalen Wurzeln eine ziemlich sichere Garantie dessen sind, dass diese Einstellung mindestens tolerant sein wird. Das ist sicherlich einer der Gründe, wieso die zentralistischen Absichten der gegenwärtigen Reformatoren des Landes auch in Kürze die relative Unabhängigkeit der lokalen Selbstverwaltung beschränken sollen.

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Über Minderheiten in der Ukraine

VdG-Vorstandsvorsitzender und Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Minderheiten (AGDM) Bernard Gaida nimmt als Mitglied einer FUEN-Delegation in Gesprächen des Runden Tisches der Nationalen Minderheiten der Ukraine teil.
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Tusk – die deutsche Option?

Tusk – die deutsche Option?

Vor ein paar Tagen, also im Moment, in dem der Abgeordnete des Europäischen Parlaments Jacek Saryusz-Wolski offiziell zum Europaratschef-Kandidaten Polens wurde, starteten die plumpen Attacken von Spitzenpolitikern der regierenden Option und der ihnen treuen Medien mit der Kraft eines Wasserfalls. Ich sehe von der Unlogik dieser zum Scheitern verurteilten Entscheidung ab. Scheitern werden entweder nur die Urheber im Falle der sicheren Niederlage von Saryusz-Wolski, oder ganz Polen, falls keiner der zwei kandidierenden Polen gewählt wird. Weil die Chance der Wahl des PiS-Kandidaten, das wie wir erfahren haben die Regierung zum Anmelden der neuen Kandidatur und zur Verweigerung von der Unterstützung der Tusk-Kandidatur vom Anfang an verpflichtete, fast gleich Null ist, muss man annehmen, dass das Einführen von Jacek Saryusz-Wolski auf diese hohe Stellung in der EU nicht das eigentliche Ziel ist.
Die Wahl von Donald Tusk oder einen Kandidaten aus einen anderen EU-Land kann paradoxal von den PiS-Strategen als ein geplanter Erfolg eingestuft werden. Seit einem Jahr sehen wir doch, dass oft die Außenpolitik der Regierung von Beata Szydło, in der Wirklichkeit inneren Zielen dient. Die diplomatischen Gespräche, die polnische Politiker im Ausland führen, begleitet eine völlig andere nach Innen gerichtete Narration. Ein mir bekanntes Beispiel sind die Gespräche des deutsch-polnischen Runden Tisches, in deren seit langer Zeit seitens der polnischen Regierungsdelegation die Erwartung, um die polnische Gemeinschaft in Deutschland als nationale Minderheit anzuerkennen, nicht ausgedrückt wurde. Gleichzeitig versucht man in den polnischen Medien den Eindruck zu schaffen, dass dies eine der wichtigsten Forderungen ist. Auf diese Weise entsteht als Nebeneffekt dieser Dissonanz das Bild der deutschen Regierung als einer Regierung, die zu Polen negativ eingestellt ist.
In den letzten Tagen hören wir seitens der Politiker der Regierungsoption wiederholte Aussagen, dass Tusk im Grunde ein deutscher Kandidat ist, dass er die Unterstützung von Angela Merkel hat, die andere Länder zum Unterstützen seiner Kandidatur zwingt. Die Narration ist insoweit mit der Dichotomie des deutsch-polnischen Konfliktes gekennzeichnet, dass der europäische Kontext dabei fast nicht mehr sichtbar ist. Bei dieser wie ich denke absichtlicher Narration, scheint das Ziel die erneute Verschlechterung des Bildes von Deutschland in den Augen eines großen Teils der polnischen Gesellschaft zu sein, und gewissermaβen dabei das Aufdecken eines anstöβigen Bildes der Europäischen Union, die vom Willen Deutschlands abhängig und zugleich Polen gegenüber unfreundlich ist. Auf diese Weise erreichen die Strategen der heutigen Politik vielleicht auch das Senken der immer noch hohen Unterstützung der Polen für die Mitgliedschaft in der Europäischen Union. Der Konflikt mit der EU scheint doch eins der Ziele der heutigen Politik und des Imageaufbaus von PiS zu sein.

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Schlesiens Hauptstadt

Vor Kurzem hatte ich die Gelegenheit mir im Königspalast in Breslau die Ausstellung „1000 Jahre Breslau“ anzusehen. Die Ausstellung weckt Respekt und erlaubt es, die ganze Geschichte der Stadt zu sehen, die im größten Teil deutsch war.

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