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Der Schatten von Lamsdorf

"Schatten von Łambinowice" heißt ein Buch von Edmund Nowak. Letztes Wochenende ist die Erinnerung an diesen Schatten aufs Neue erwacht, und zwar nicht nur, weil ich für einige Woche nun im 7 km von Lamsdorf entfernten Friedland wohne. Sondern auch, weil das Gedenken an diesen langen Schatten des Nachkriegslagers in Lamsdorf von den Menschen aus den hiesigen Dörfern nicht vergessen und nicht an die Historiker abgegeben wurde. Der Schatten lebt bis heute weiter. Aus der Geschichte wissen wir, dass die Mehrheit der Internierten deutsche Bewohner aus den um Lamsdorf gelegenen Dörfer gewesen sind. Für sie hat das Falkenberger Landratsamt im Juli 1945 ein "Konzentrationslager" eingerichtet, das später Arbeitslager genannt wurde.

Soweit die Geschichte, die heute auch dank des Engagements der deutschen Minderheit gut bekannt ist. Die heutige Dimension des Schattens erlebte ich am Sonntag, als ich in der Kirche der Heiligen Dreifaltigkeit in Friedland gehört habe, dass auf dem Schwedischen Bergchen eine "Gelöbnismesse" des Dorfes Polnisch Jamke gelesen wird. Zu dieser Messe habe ich es nicht geschafft , bin aber später zu diesem Ort gefahren. Als ich näher an die mitten in den Getreidefeldern liegende Wallfahrtskirche kam, sah ich mit Erstaunen viele Autos und um die Kirche wurde der Kreuzweg gebetet. Da ich der Meinung war, es handele sich immer noch um Pilger aus Polnisch Jamke, wollte ich nur nach dem Hintergrund für die „Gelöbnismesse“ fragen, aber es stellte sich heraus, dass es sich hierbei nun um eine "Gelöbniswallfahrt" des Dorfes Pogosch handelt. Ich schloss mich der Andacht an, im Schatten der Bäume rund um das Schwedische Bergchen mit einer wunderschönen Aussicht auf das Oppagebirge. Mich verwunderte die für eine lokale Wallfahrt große Anzahl der Menschen aus einem Dorf und das warf die Frage nach der Geschichte des Gelöbnisses auf.

Einer der ältesten Teilnehmer der Andacht erklärte mir ruhig und in einem wunderschönen Deutsch, dass im Jahr 1945 die Bewohner von Pogosch vertrieben werden und in das Lager in Lamsdorf kommen sollten. Diese Entscheidung wurde aber nie ausgeführt und die Bewohner konnten in ihren Häusern bleiben. Es wurde gesagt, dass dies geschehen sei, weil das Lager, das im Grunde ein Übergangslager für vertriebene Deutsche sein sollte, deren Häuser für die ankommenden "Repatrianten" gebraucht wurden, überfüllt war. Die Bewohner haben daher feierlich gelobt, dass sie seitdem jedes Jahr für ihre Rettung mit einer Wallfahrt zum Schwedischen Bergchen danken werden. Sie gedenken dessen bis heute und kommen.

Ich dachte, dass vielleicht die Bewohner von Polnisch Jamke eine ähnliche Intention für ihre Gelöbnismesse haben. Einige Kilometer von diesem Dorf liegt nämlich Ringwitz, an dessen Einfahrt eine Votivkapelle alle grüßt. Diese wurde von den Einwohnern im Jahr 1947 erbaut, die im Februar 1945 gelobt hatten, eine Kapelle zu errichten, wenn "der Herrgott unser Dorf, unser Hab und Gut sowie unsere Familien und uns alle vor dem Unglück der Kriege und Zerstörungen bewahrt". Er bewahrte sie und ihren Besitz. Das musste für sie ein Wunder sein, da die Bewohner vieler anderer Orte in der Umgebung in Lamsdorf eingesperrt wurden. Die Kapelle steht. Wallfahrten und Messen werden gelesen. Die Erinnerung an das tragische Jahr 1945 ist hier lebendig.

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Setzen wir auf die Jugend

Hinter uns liegt ein emotionales Wahlwochenende. Zunächst haben wir am Samstag den neuen Vorstand der SKGD im Oppelner Schlesien und dann am Sonntag das EU-Parlament gewählt. Der Urnengang am Sonntag zeigte, worüber ich hier schon mehrmals geschrieben habe, und zwar dass die polnische Gesellschaft weitgehend unvorbereitet scheint der Souveren zu sein. Und dabei denke ich nicht nur an die Wähler, sondern auch an die Politiker. Demokratie ist nämlich eine Art Gesellschaftsvertrag, der Ehrlichkeit in beide Richtungen voraussetzt. Politiker sollten versprechen, dass sie sich kompetent den ihnen aufgetragenen Aufgaben widmen, die Wähler dagegen, dass sie im Lauf der Wahlperiode das Ergebnis achten. Der Wahlkampf dient der Unterzeichnung dieses Gesellschaftsvertrages um die Aufgaben.

Dagegen zeigte die Wahl am Sonntag, dass der Wahlkampf nichts mit den Kompetenzen der Europäischen Union zu tun hatte: Kampf gegen Kinderschänder, weitere Kindergeldzahlungen, eine Immobilie des Premierministers usw. Statt zum Beispiel vertieft über die Aufnahme des Euros zu debattieren, wurde dies emotional durch die PiS angegriffen, und die vermeintlichen Euroenthusiasten hatten keinen ehrlichen Mut ihre Ansichten zu verteidigen. So haben sowohl die politische Klasse als auch die Wähler einen speziellen Vertrag geschlossen, sich während des Wahlkampfes zum EU-Parlament nicht mit europäischer Thematik zu befassen.

Im Gegensatz dazu wussten wir am Samstag, für welche Aufgaben der SKGD-Vorstand gewählt wird. Der Vorstand meiner Organisation, in der ich seit 1990 Mitglied bin, und die ich im Gemeinderat, Kreisrat und dem Regionalparlament (Sejmik) vertreten habe und in deren Vorstand ich zwölf Jahre lang saß. Die jetzigen Wahlen waren für mich persönlich nicht leicht, denn ich fühlte, dass der Moment gekommen ist, trotz Nennung meines Namens als Kandidaten zum Vorstand dies nicht mehr anzunehmen. Ich möchte, dass diese Entscheidung unserer Gemeinschaft dient. Paradoxerweiser sehen wir nämlich deutlich, dass eines unserer größten Probleme der fehlende Austausch von Menschen in unseren Vorständen ist. Und wie ein Mantra wiederholen wir doch, dass uns die Jugend fehlt, geben ihr aber unsere Plätze nicht ab. Als ich aber in den Saal geschaut und die vielen Delegierten gesehen habe, erblickte ich auch viele junge Gesichter, denen man Platz machen sollte.

Als Chef des VdG besuche ich andere Organisationen der deutschen Minderheit und weiß, dass dies in anderen Regionen keineswegs alltäglich ist. Auch in unserer oberschlesischen Nachbarwoiwodschaft konnte man letzte Woche bei der Jahresversammlung der dortigen Deutschen Minderheit nicht viele junge Gesichter sehen. Es lohnt sich also, diejenigen zu motivieren, die es uns hier in Oberschlesien gelang zu gewinnen. Motivieren und ihnen die Verantwortung übertragen. Arbeit gibt es für uns alle genug, und wenn wir diese besser aufteilen, sind wir mehr und können mehr stemmen. Dafür sollten wir bei der kommenden alljährlichen Wallfahrt auf den St. Annaberg beten. Seien Sie unbedingt da!

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Das Jahr der Schlesischen Aufstände

Anfang Mai beginnen gewiss die Gedenkfeierlichkeiten zu den Schlesischen Aufständen. In diesem Jahr werden sie wohl eine breitere Form annehmen, da der polnische Sejm das Jahr 2019 zum Jahr der Schlesischen Aufstände ausgerufen hatte. Daher ist es hier in Schlesien und anderswo Wert über die Ereignisse von vor 100 Jahren nachzudenken. Einen wichtigen Beitrag dazu lieferte der Sejmik der Woiwodschaft Oppeln (Landesparlament), der in seiner Resolution aus diesem Anlass dazu aufgerufen hat aller Gefallenen in den Aufständen zu gedenken und deutlich den Charakter eines Bruderkampfes zeigte. Aus wissenschaftlicher Sicht hat vor der Abstimmung der Resolution Prof. Ryszard Kaczmarek von der Schlesischen Universität, der erst vor kurzem ein opulentes Werk unter dem Titel „Powstania Śląskie 1919-1920-1921“ (dt.: Schlesische Aufstände 1919-1920-1921) herausgegeben hat, eine Einleitung vorgebracht.

Über die Aufstände wurde viel geschrieben, aber nicht alles sollte man lesen. Viele Publikationen, vor allem aber Schulbücher basieren blind auf dem Dogma, dass die Aufstände „ein Aufruhr des Volkes gegen die deutsche Unterdrückung“ gewesen sind. Alles, was diesem Dogma widerspricht, wird ausgeblendet. Doch wenn man die politische Situation von vor 100 Jahren kennt, stellt sich eine grundsätzliche Frage: Wieso brechen Aufstände aus, wenn seit Juni 1919, also seit dem Versailler Vertrag ein offizielles Einverständnis herrschte, dass über das Schicksal Oberschlesiens, Ermland, Masurens und des Oberlandes die Einwohner in Volksabstimmungen entscheiden sollten. Wir dürfen auch nicht vergessen, dass in eben diesen Volksabstimmungen die Einwohner bei einer Beteiligung von der man heute nur träumen kann, also von 98% über das Schicksal so entschieden haben, dass sie mehrheitlich für das Verbleiben in den Grenzen Deutschlands votiert haben.

Wer tiefgründig die Geschichte analysiert, die man in der Schule, zu Hause und manchmal auch während der Besuche auf den Friedhöfen kennenlernt, muss sich die Frage stellen, wieso auf dem Annaberger Friedhof ein Grab der Lemberger Kadetten steht, die bei den Aufständen gefallen sind. Oder wieso ein Bauer die Leichname von Aufständischen, die in der Nähe von Guttentag gefallen sind, zurück nach Tschenstochau gebracht hat. Ryszard Kaczmarek hat sich nicht aller stereotypenhafter Formulierungen entledigt, aber er versuchte in seinem Buch Wissen zu vermitteln über den konspirativen Einfluss des wiederhergestellten Polens auf die Gründung von militärischen Strukturen in Schlesien, auf die Bewaffnung, die Finanzierung und sogar auf die Führung der Aufstände. Er selbst schreibt in der Einleitung, dass in den bisherigen Bearbeitungen „die Tätigkeit der Polnischen Militärorganisation in Oberschlesien und die Kontakte dieser Organisation zur Polnischen Armee und den Offizieren im Umfeld Józef Piłsudskis verschwiegen wurde“. Ich bin sicher, dass die nächste Zeit eine gute Gelegenheit bieten wird unser Wissen zu vertiefen, hoffentlich ohne Mythen aber im Geist der Versöhnung.

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Konzert: „Der, den ich will…”

Der Besuch in Prag aus Anlass der Eröffnung der Ausstellung über die deutschen Minderheiten in 25 Ländern Europas gab mir die Chance erneut die unweit von uns lebenden Deutschen zu treffen und sich mit ihrer Situation auseinander zu setzen. Es ist einerseits immer eine Möglichkeit zu einem Vergleich, auch wenn dieser nicht immer maßgebend ist, auf der anderen Seite ist es wieder eine Reflexion über das Schicksal der Deutschen.

Nach den Angaben aus der Volkszählung leben in Tschechien ca. 20.000 Deutsche. Doch, ähnlich wie in Polen, schätzt die Minderheit die Zahl derjenigen Staatsbürger Tschechiens, die von ihrem Deutschtum überzeugt sind, viel höher ein. Mindestens doppelt so viele. Vor einer eindeutigen Deklaration zu ihrer Identität hindert sie allerdings sowohl die Geschichte als auch die Gegenwart. Denn, so betonen heute Historiker, es kam neben den Vertreibungen der Deutschen aus ihrer Heimat auch zu Morden von hilflosen Bewohnern vieler Dörfer in den Sudeten. Je nach Quellen werden Zahlen zwischen 19.000 und 30.000 ermordeten Zivilisten genannt, daneben erscheint die Zahl von 200.000 Deutschen, die in den Jahren 1945-1947 verschollen sind. Diese Morde geschahen meistens spontan, man könnte fast sagen gesellschaftlich gewollt, denn die Täter waren keine militärischen Formationen, sondern "normale" Tschechen.

Diese tragische Geschichte schreckt viele, die sich in der Tschechoslowakei nach dem Krieg ein Leben aufgebaut haben, von jeglichen Deklarationen zu ihrem Deutschtum ab. Um so mehr, dass das Thema der tschechischen Repressalien gegenüber Deutschen bis vor kurzem noch ein Tabuthema gewesen ist. Erst seit wenigen Jahren gibt es auch eine bürgerliche Bewegung junger Tschechen, die an die Folterorte für Deutsche erinnert, Gedenkmärsche für die Ermordeten organisiert und eine Abrechnung mit den Verbrechern fordert.

Tschechen mit deutschen Wurzeln muss es aber deutlich mehr geben, wenn man sich vergegenwärtigt, dass nach der Gründung der Tschechoslowakei nach dem Krieg die Deutschen 25% der Bevölkerung ausmachten, wobei die Tschechen nur 50% darstellten. Doch die stetige, vor allem nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges brutal geführte Kulturpolitik diente der Eliminierung des Deutschtums aus der Gesellschaft. Eine wirksame Politik, wie die heutige Zahl der Deutsche zeigt. Man könnte sagen, dass es nicht anders gewesen ist als in Polen, mit der Ausnahme, dass die Deutschen in der Tschechoslowakei ihre Staatsbürger schon vor dem Krieg gewesen sind.

An die multikulturelle Tschechoslowakei im Moment ihrer Gründung versucht heute die deutsche Minderheit zu erinnern. In dieser Woche findet in Prag ein Konzert der Sängerin mit deutschen, tschechischen und polnischen Wurzeln Renata Drössler statt, die daran erinnern will und ihr Konzert auf Deutsch, Polnisch, Jiddisch, Slowakisch und Tschechisch singen wird. Das Konzert ist verbunden mit Diskussionstreffen für Jugendliche, die ihnen den Wert der Kultur näher bringen sollen, die früher in Mitteleuropa Normalität gewesen ist, heute aber nicht mehr existiert. Das Konzert kommt auch in unsere Nähe: am 15. Mai nach Mährisch Schönberg und am 16. Mai nach Troppau. Vielleicht ist es eine Gelegenheit zur Teilnahme.

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Geschichte nach den Vertreibungen

Vor kurzem erschien im Wochenblatt.pl ein Artikel über Renten für Spätaussiedler in Deutschland, die bis jetzt wegen ihrer Umsiedlung, die meistens als späte Konsequenz des letzten Kriegs anzusehen ist, in ihren älteren Lebensjahren deutlich benachteiligt sind. Und das trotz ihres arbeitsreichen Lebens zunächst in den Ländern, in denen sie als deutsche Minderheit gelebt haben und später in Deutschland. Einige von ihnen waren zudem noch von Zwangsarbeit und unbezahlter Arbeit betroffen. Nun rückt eine Lösung immer näher, die diesen Menschen würdige Renten bieten soll. Es ist höchste Zeit!

Höchste Zeit ist es aber auch für ein neues Konzept der Unterstützung und Pflege der Kultur der Vertriebenen, die im Zuge der Aussiedlungen aus ihren Heimaten, der Grenzverschiebungen nach dem Krieg und des Verlusts der deutschen Ostgebiete als Schlesier, Pommern oder Donauschwaben die traditionellen kulturellen Beziehungen und die Verwurzelung in ihren historischen Vaterländern verloren haben. Die Bewahrung und Weitergabe der Traditionen, der Geschichte und der Erinnerungen ist das Leitmotiv der Realisierung des sog. Paragraphen 96 des Bundesvertriebenengesetzes. Zum Glück fand sich in dem Leitmotiv letztens auch die deutsche Minderheit wieder als Gemeinschaft, die in den ehemaligen Siedlungsgebieten der Vertriebenen bis heute lebt.

Zum Glück, weil in Deutschland über Jahrzehnte ein ungeschriebener politische Konsens herrschte diese Vergangenheit zu verwischen. Heute sehen immer breitere Kreise, dass für die deutsche Identität und ein vollständiges Bild der Geschichte auch dieser Aspekt wichtig ist. Doch oftmals passiert es, dass bei der Erwähnung dieses Teils der Geschichte als Zäsur das Jahr 1945 fällt und man vergisst, dass in den Herkunftsgebieten der Vertriebenen bis heute deutsche Gemeinschaften leben. Deren Schicksal war oft brutaler, denn ihr Leid dauerte trotz des Kriegsendes länger. Kultureller Ausschluss, sprachliche Diskriminierungen, oft Freiheits-, Besitzverlust und nicht selten auch Tod sowie der Ruin der materiellen Substanz waren ein Teil ihres Lebens.

Die Geschichtsüberlieferung sowohl in den Ländern, in denen wir leben, als auch in Deutschland tendiert aber leider dazu dieses Schicksal zu verschleiern. Daher nahm ich mit großer Freude eine Einladung ins Haus Schlesien nach Königswinter an, um dort gemeinsam an einem Konzept der Realisierung der Leitlinien des Paragraphen 96 zu arbeiten, das die Kultur der gemeinsamen Heimate von Vertriebenen, Ausgesiedelten und der deutschen Minderheiten im Interesse aller Gruppen sowie der Länder und ihrer Gesellschaften, in denen sich diese Gebiete heute befinden, pflegen soll. Eine schwere aber nicht unmögliche Aufgabe. Gleichzeitig ist es eine der Aufgaben, die in vielen Orten Europas immer noch als nicht vernarbte Wunden, nicht erzählte Geschichten, aus der Öffentlichkeit verbannte Persönlichkeiten nicht nur an den Krieg und seine Folgen erinnern, sondern auch an den fehlenden Dialog auf dem geteilten Kontinent. Wenn aus unserer Arbeit in Königswinter und folgenden Treffen ein Arbeits-, Unterstützungs- und Zusammenarbeitsprogramm von Menschen, Institutionen und Vereinen entsteht, beginnt sich diese Lücke dann zu schließen.

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Dorpat und Tallinn in drei Tagen

Die Ausstellung "In zwei Welten" über die Deutschen, die als Minderheit in 25 Ländern Europas leben, kam bis Dorpat. Bei ihrer Eröffnung in den Räumlichkeiten der Universitätsbibliothek habe ich gesehen, welche Wertschätzung die deutsche Kultur dort erfährt. Und wenn man die alten Zentren der hanseatischen Städte Dorpat und Tallinn sieht, ist ausschließlich Architektur im deutschen Stil zu sehen. Ein Besuch auf einem alten Dorffriedhof auf halbem Weg zwischen beiden Städten bestätigt ebenfalls die deutsche Vergangenheit.

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Danziger Platt

Die politische Situation im Land nach dem Unglück, das die Familie und die Stadt nach dem Tod von  Paweł Adamowicz ereilte, wurde noch schwerer. Doch in der ersten Woche nach dem Tod wurde in den Berichten und den eher zurückhaltenden politischen Kommentaren viel über den Stadtpräsidenten als Mensch bekannt. Schon vorher wussten wir, dass er ein offener Mensch ist, was auch die Offenheit für Andere bedeutete.

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Hass ist leicht

Die Worte "Hass" und "Verachtung" werden nach der Ermordung des Danziger Stadtpräsidenten  Paweł Adamowicz fast schon inflationär gebraucht. Und das tun alle, sowohl auf der linken als auch der rechten politischen Seite. Und dies geschieht soweit, dass man glatt bezweifeln kann, die Verurteilung des Hasses wäre wirksam oder zumindest ehrlich gemeint. Ich bin persönlich überzeugt,  dass die Mehrheit der Sprechenden dies konjunkturell tut und weit weg ist von einer eigenen Gewissenserforschung. Ich stimme mit denen überein, die den Hauptverursacher auf der politischen Seite sehen, die nicht wirklich richtig als konservativ betrachtet wird. Auch die Worte Pater Ludwik Wiśniewskis, dass "der Mensch, der die Hassprache benutzt, der seine Karriere auf einer Lüge aufbaut keine hohen Funktionen in unserem Land innehaben darf", einen konkreten Empfänger haben.

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