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Heimat – Identität - Glaube

Dieser Dreiklang steckt tief in jedem Menschen und mit ihm beschäftigte sich Hartmut Koschyk, den wir in seiner Rolle als Bundesbeauftragter für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten oft bei uns begrüßen konnten. Er kümmerte sich um die nationalen Minderheiten in Deutschland und die deutschen im Ausland. Sein ganzen aktives Berufsleben hindurch schien es, als wäre er von den Gedanken über diesen Dreiklang geleitet worden, als Sohn vertriebener Schlesier, aktives Mitglied der Vertriebenenverbände und schließlich Bundestagsabgeordneter der CSU. Und nun schrieb er über diesen Dreiklang, das gegenseitige Durchdringen, die Veränderungen bei den Generationen und Regionen nicht nur in Ländern von Kasachstan bis Dänemark, sondern auch auf den verschiedenen Kontinenten. Es entstand also ein Buch mit einem etwas hochtrabenden Titel. Der Untertitel erklärt die Begriffe: Vertriebene, Aussiedler, Minderheiten im Spannungsfeld von Zeitgeschichte und Politik.

Über dieses Buch werden wir mit ihrem Autor am Dienstag, den 2. Oktober, um 17 Uhr im Museum des Oppelner Schlesiens sprechen. Und damit könnte man schließen, wenn man nicht noch dazu sagen müsste, dass es kein wissenschaftliches Buch ist, auch wenn es viele Quellen beinhaltet. Es ist auch kein Roman und es sind keine Erinnerungen, auch wenn  es viele davon im Buch gibt. Es ist auch keine Chronik der politischen Ereignisse. Das Buch hat viele Aspekte, die sich überlagern, weshalb es reicher ist. Das darf auch nicht wundern, wenn der Autor den Gedanken des Schweizer Nobelpreisträgers Carl Friedrich Georg Spitteler (1845-1924) "Heimat" zum Motto seines Buches nahm: „Wo zum ersten Male durch Augen hat geatmet unser Selbstbewusstsein, Und die Seele mit erschrecktem Staunen hat erkannt ein riesengroßes Weltsein, da ist unsre Heimat, diese Dinge bleiben in den Tiefen unserer Seele fest und innig  mit uns verwachsen, dass sie nichts vermag von uns zu scheiden“. In diesen Zeilen wie auch im Buch von Hartmut Koschyk zeigt sich das tiefe Verständnis der Heimat als ihre Durchdringung mit den anderen Seiten unserer Identität, unseres Verständnisses der Welt und unseres Blickes auf sie auch mit den Augen des Glaubens. Es ist sehr ähnlich dem, wie wir Schlesier die Heimat fühlen. Ähnlich ist es auch bei Koschyk, der zwar in Franken geboren wurde, aber eine starke schlesische Seele hat. Sprechen wir darüber mit dem Autor am 2. Oktober im Museum des Oppelner Schlesien. Ich lade dazu herzlich ein!