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AGDM festigt die Gemeinschaft

AGDM festigt die Gemeinschaft Quelle des Fotos: FUEN/AGDM

Diese Kolumne schreibe ich auf der Zugfahrt von Berlin, wo wir im kleinen Kreis zusammengekommen sind und über die Strategie der Arbeit der AGDM, also der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Minderheiten in Europa und den Ländern der ehemaligen Sowjetunion, beraten haben. Die einzelnen Schritte werden intensiv betrieben. Es ist dabei keine leichte Aufgabe, wenn man bedenkt, dass Treffen von Vertretern der deutschen Volksgruppen zwischen Kasachstan und Dänemark auf der einen und Estland und Serbien auf der anderen Seite  mehr als schwierig sind. Zunächst wurden deshalb bilaterale Expertengespräche geführt, dann eine Umfrage konzipiert, die zu unserer Freude von allen Organisationen ausgefüllt wurde. Schließlich kamen die Vertreter der Minderheiten Anfang September in Budapest zusammen, um die Ergebnisse dieser ersten Schritte zu analysieren. Das Treffen am Montag nun war eine Berichterstattung der letzten Schritte.

Ich freue mich über die Tatsache, dass das Engagement der Organisationen ein gemeinschaftliches Handeln erfordert und dass ihnen die Form nicht unwichtig ist. Gleichzeitig  erkennen alle, dass die vor zwei Jahren eingeführte Regel, die größeren Minderheiten helfen den kleineren, besonders wichtig ist. Auch unsere Gemeinschaft, die zu den größten in Europa gehört, muss sich mit der organisatorischen Arbeit messen. Es ist schwer, das Niveau an Professionalität zu erreichen, die unsere Partner in Berlin und Warschau erwarten. Es ist vor allem dort schwer, wo die ganze Arbeit auf den Schultern von ehrenamtlich Engagierten lastet. Wie viel schwieriger ist es dann für die Deutschen in Moldau, Lettland oder Georgien, wo die ganze Gemeinschaft nur wenige tausend Mitglieder zählt, die im ganzen Land verstreut sind.

In den Unterlagen, die wir gestern analysiert haben, wurden alle Probleme und Unterschiede der einzelnen Länder benannt, doch am Wichtigsten ist, dass solidarisch nach deren Linderung gesucht wurde. Die Unterlagen sind voller Ideen, wie man die Netzwerke in verschiedenen Bereichen noch weiter intensivieren kann. Dazu gehört der Erfahrungsaustausch im Bereich Bildung, ein "Tauschmarkt" guter Kulturprojekte, eine gemeinsame Jugendarbeit und schließlich auch die politische Vertretung in den Büros der betreffenden Politiker in Berlin und Europa. Viele andere Idee kommen uns jetzt immer noch.

Doch am wichtigsten ist der Aufbau einer Werte-  und einer Interessengemeinschaft. Ich denke, dass wir genau so unseren Beitrag leisten zur Festigung  dessen, was wir den deutschen Kulturkreis nennen, der seinerseits eine große Rolle in der Geschichte Mitteleuropas spielte. Heute ist es der europäische Wertekreis, doch in unserem Fall ist er in der deutschen, vielfarbenen Kultur der Minderheit in 25 Ländern verwurzelt.