|
|

| 150 Jahre nach Eichendorff |
|
|
| 09.03.2007 | |
Nach einer Publikation zu dem in dieses Jahr fallenden 150. Todestag Josephs von Eichendorff erhielten wir von unserem Ratiborer Leser Józef Świerczek die Information über ein schlesienweit erstes Denkmal für den Romantikdichter. Dank Menschen wie ihm sieht das Programm des Eichendorff-Jahres imponierend aus.
Für die zahlreichen Veranstaltungen dieses Jahres engagieren sich Deutsche aus Ratibor, das Landratsamt, die Lubowitzer Eichendorff-Gesellschaft, das Oberschlesische Kulturzentrum Lubowitz sowie die Universitäten in Kattowitz und Opava. Auch einzelne Ratiborer haben sich in die Todestagsfeierlichkeiten eingeschaltet. Einer von ihnen ist eben Józef Świerczek. „Vor einigen Jahren bekam ich von meinem Bekannten Józef Malcharczyk einen Kalender aus dem Jahr 1940. Darin war eine Beschreibung der feierlichen Gedenksteinenthüllung am 26. November 1907“, erzählt Herr Świerczek. Das Denkmal überstand die Zweite Republik (Hohenbirken/Brzezie kam nach dem Plebiszit auf die polnische Seite). Verschont wurde es gegen Ende des Zweiten Weltkriegs auch von den Russen. Erst im Herbst 1945 sprengten polnische „Patrioten” das Obelisk in die Luft. Obelisk in Teer Voriges Jahr fand das Denkmal wieder zurück auf seinen Platz im Stadtteil Ratibor-Hohenbirken, und zwar im sog. Aussichtswald, wo der junge Eichendorff sich mit seiner zukünftigen Ehefrau Louise von Larisch zu treffen pflegte. Initiiert wurde die Denkmalenthüllung zu Beginn des 20. Jahrhunderts von einem Lehrer namens Piegsa; Anlass dazu war der 50. Todestag des Dichters. Auf denselben Pfaden wie der junge Joseph wandelte auch ein Józef aus Hohenbirken, nur drei Kilometer entfernt von Pogrzebin, wo die Larischs wohnten. Józef ist heute 71 Jahre alt. Dass er als Schüler nichts über den Dichter lernen durfte, tue ihm schon etwas leid. Seine älteren Bekannten und Verwandten aber hätten den Poeten aus Lubowitz noch in der örtlichen Schule durchgenommen. Nach dem Plebiszit wurde Hohenbirken an Polen angeschlossen. 1932 entstand dort eine Schule für die deutsche Minderheit. 1937 fand die letzte Kirchenmesse in deutscher Sprache statt. Der Obelisk wurde damals auch mit Teer begossen. Von da an untersagten polnische Behörden jegliche Zusammenkünfte vor dem Denkmal. Einer der ältesten Hohenbirkener, Józef Trompeta, erinnert sich, wie er sich in den Dreißigerjahren einmal einer Gruppe von Jugendlichen anschloss, die in Richtung des Ratiborer Denkmals gingen, dabei auf Trommeln spielten und Lieder des Dichters sangen. Joseph oder Józef In der kommunistischen Zeit hatten es diejenigen, die sich zu ihren deutschen Wurzeln bekannten, nicht leicht, erinnert sich auch Józef Świerczek. „Ich hatte damals als Direktor der Wasserwerke einige Probleme, aber als ich dann in Rente ging, konnte ich mich endlich Eichendorff widmen und bei der deutsche Minderheit mitwirken.“ Herr Świerczek war Stadtratsmitglied in der ersten Legislaturperiode. „Leute aus der Nachbarschaft sagten damals: ,Józek, tu doch mal was mit dem Denkmal’. 2002 fing ich damit an, Urkunden zu dem Denkmal zusammenzutragen. Der größte Brocken war es, den Stadtrat herumzukriegen. Ein Beschlussentwurf lag 2003 fertig vor, doch der Rat lehnte ihn ab mit dem Argument, die Einwohnerschaft sei dagegen, denn der Dichter hieß Józef und nicht Joseph, und ein Hohenbirken habe es nie gegeben, sondern nur Brzezie. Da platzte mir der Kragen!”, erzählt er. „Ich sammelte daraufhin fast zweihundert Unterschriften für einen Aufruf zur Wiederherstellung des Denkmals. Im März 2005 wandte ich mich wieder einmal an den Stadtrat.” Der Stein ist wieder da Zu einem Gespräch kam damals Josef Gonschior. Seine Argumente überzeugten letztlich die Räte. Und was den Ortsnamen Hohenbirken betrifft, so gelang es nach mühevoller Recherche, an Dokumente zu gelangen, die bestätigten, dass Brzezie im Jahr 1907 Hohenbirken hieß. Am 6. Mai vergangenen Jahres stand der sieben Tonnen schwere Obelisk nun wieder auf seinem Platz. Am kommenden 12. Mai, dem hundertsten Jahrestag der Gedenksteinerrichtung und 150 Jahre nach dem Tod des Dichters, wird in Brzezie/Hohenbirken ein Brustbild des Taugenichts-Verfassers enthüllt, ein Werk von Georg Laton aus Kreuzenort. Der Eichendorff-Chor wird dazu ebenfalls erwartet. Die Konzerte und Tanzveranstaltungen sollen zwei Tage dauern. „Wir haben auch etliche Wettbewerbe rund um Eichendorff vorgeschlagen”, teilte SKGD-Schriftführerin Teresa Konczy mit. „Die meisten Veranstaltungen verdanken sich der Unterstützung durch das deutsche Konsulat in Breslau, das Landratsamt und das polnische Ministerium für Inneres und Verwaltung.“ Zu dem Hauptziel des diesjährigen Eichendorff-Jahres sagte Landrat Adam Hajduk: „Es geht darum, unserem Mitbewohnern diese Persönlichkeit näher zu bringen und zu zeigen, dass er uns alle eigentlich nur noch stärker zusammenschweißen kann.“ www.wochenblatt.pl |
| < Zurück | Weiter > |
|---|
Schatten von Łambinowice

Nach einer Publikation zu dem in dieses Jahr fallenden 150. Todestag Josephs von Eichendorff erhielten wir von unserem Ratiborer Leser Józef Świerczek die Information über ein schlesienweit erstes Denkmal für den Romantikdichter. Dank Menschen wie ihm sieht das Programm des Eichendorff-Jahres imponierend aus.